Renovieren – Wie oft kann eine Wand gestrichen werden? 1
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Mit einem neuen Anstrich lässt sich die Wirkung eines kompletten Raums verändern. Die Farbe trägt entscheidend dazu bei, ob ein Zimmer mediterran, gemütlich oder eben auch modern wirkt.

Doch jede Farbe braucht einen passenden Untergrund. Nur so kann sie optimalen Halt haben und ihre volle Leuchtkraft entwickeln. Wie oft kann also eine vorhandene Wand überstrichen werden und worauf ist dabei zu achten?

Der Untergrund ist entscheidend

Wie oft eine Wand überstrichen werden kann, hängt in erster Linie davon ab, wie sich der Untergrund gestaltet.

Soll die Farbe direkt auf dem Putz oder einer Tapete aufgetragen werden? Gerade beim Überstreichen von Tapete ist immer eine gewisse Vorsicht geboten.

Minderwertige, dünne Tapeten lassen sich nicht so oft überstreichen wie stärkere Ausführungen. In der Regel kann eine klassische Raufasertapete mit grober und etwas stärkerer Körnung für vier neue Anstriche genutzt werden.

Danach sollte die Tapete erst gründlich entfernt und durch eine Neue ersetzt werden.

Das passiert wenn Tapete mehrfach gestrichen wird

Doch warum sollte eine Raufasertapete, auch wenn sie intakt ist, nicht ein weiteres Mal überstrichen werden? Das hat unterschiedliche Gründe:

  • Wenn auf einer tapezierten Wand mehrere Anstriche zu finden sind, wirkt die Farbe sehr schnell wie ein Siegel. Die Folgen sind fatal, denn die Wand kann nicht mehr atmen. Zum einen entsteht dadurch ein negatives Raumklima, zum anderen kann es zur Schimmelbildung kommen, deren Beseitigung aufwendig und teuer gleichermaßen ist.
  • Unter den vielen Anstrichen leidet die Gesamtansicht der Wand. Die Farbe beginnt an einigen Stellen abzublättern oder deckt unterschiedlich stark. Häufig entstehen durch das Überstreichen auch Schadstellen an der Tapete.
  • Jede Farbschicht geht für die Tapete natürlich auch mit einem gewissen Gewicht einher. Ist die Farbe insgesamt zu schwer, löst sich die Tapete. In diesem Fall muss die alte Tapete unbedingt entfernt werden, denn ein gutes und ansehnliches Ergebnis lässt sich so nicht mehr erreichen.

Geputzte Wände überstreichen: Darauf ist zu achten

Nicht jede Wand ist mit Tapete versehen. In den letzten Jahren setzte sich zusehends Putz als Wandbelag durch.

Doch auch wenn Putz sehr robust ist und im Alltag einiges mitmacht, braucht auch er früher oder später einen neuen Anstrich. Wann das so ist, hängt unter anderem davon ab, in welchem Raum der Putz verarbeitet wurde und wie stark der Raum beansprucht wird.

Generell ist das Überstreichen des Putzes kein Problem. Es gibt aber einige Besonderheiten, die bedacht werden müssen.

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Verputzte Innenwände streichen

Als Wandbelag sorgt Putz immer für charakteristische Effekte. Er bringt eine gewisse Struktur mit und lässt die Wand dadurch vielfältiger aussehen.

Wird Farbe aufgetragen, gehen diese Strukturen und Effekte im ungünstigsten Fall verloren. Darunter leidet das gesamte Aussehen der Wand. Grundsätzlich kann eine geputzte Wand problemlos überstrichen werden.

Wichtig ist, dass die Farbe dünnflüssig ist. Dadurch passt sie sich gut der Putzstruktur an und bewahrt die besonderen Effekte.

Am besten werden zum Überstreichen des Putzes Dispersionsfarben genutzt. Sie lassen sich mit einem Farbroller dünn, aber auch gut deckend auftragen.

Bevor die Farbe aufgetragen wird, wird der Putz in Augenschein genommen. Er sollte weder größere Verfärbungen noch Schadstellen aufweisen.

Löst sich der Putz an einigen Stellen, müssen diese vor dem neuen Anstrich unbedingt ausgebessert werden. Wurde Gips- oder Lehmputz aufgetragen, ist es empfehlenswert, den Untergrund zu grundieren.

Ideal ist Tiefengrund. Dadurch haftet die Farbe bei einem erneuten Anstrich besser. Außerdem wird so dafür gesorgt, dass der Untergrund nicht zu staubig ist.

Die Grundierung muss vor dem Auftragen der Farbe natürlich vollständig trocknen. Weiterhin gilt es darauf zu achten, dass die Wand nach der ersten Behandlung sauber ist.

Ungleichmäßiges Auftragen der Farbe vermeiden

Gerade bei einer geputzten Wand sollte darauf geachtet werden, dass die Farbe nicht ungleichmäßig aufgetragen wird und sich dadurch unangenehme Schattierungen ergeben. Daher muss jede Farbe vor der Verarbeitung gerührt werden.

Am gründlichsten gelingt das mit einem Rührstab oder mit dem sogenannten Rührquirl.

Für das Auftragen der ersten Farbschicht wird die Rollwalze verwendet. Sie wird immer so geführt, dass die einzelnen Bahnen mit Farbe überlappen. So können unterschiedlich starke Schattierungen vermieden werden.

Der Farbroller wird immer abhängig von dem jeweiligen Putz gewählt. Ist der Untergrund strukturiert, ist der Besatz der Farbroller mittellang bis lang. Soll der Strukturputz noch einmal gestrichen werden, wird ein Besatz mit maximal 23 mm eingesetzt. Auf einem Putzuntergrund wird am besten auf einen Lammfellroller zurückgegriffen, wobei hier sowohl eine glatte als auch eine gelockte Ausführung verwendet werden kann.

Lammfellroller haben eine sehr hohe Farbaufnahme. Alternativ bieten sich Polyamidroller an. Diese sollten ebenso langflorig sein.

Auf die richtige Deckkraft achten

Sowohl bei Putz als auch bei Tapete als Untergrund sollte auf eine Farbe gesetzt werden, die eine ausreichend hohe Deckkraft aufweist.

Ist die Deckkraft zu niedrig, schimmert der alte Anstrich schnell durch. Ideal ist es auf eine Farbe der Deckkraftklasse 1 bis 4 auszuweichen.

Farbe mit der Deckkraftklasse 1 besitzt die höchste Deckkraft. Hier sind allerhand Farbpigmente enthalten.

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Weiterhin spielt die Konzentration der Farbpigmente eine Rolle. Hier ist in erster Linie interessant, ob der alte Anstrich heller oder dunkler ist als der Neue.

Ist er dunkler, wird eine hohe Pigmentkonzentration gebraucht. Recht viele Farbpigmente enthalten in der Regel die sogenannten Dispersionsfarben. Doch auch hier gibt es qualitative Unterschiede.

Um kein Risiko beim Überstreichen einzugehen, ist es empfehlenswert, eine Überstreichfarbe zu verwenden. Diese spezielle Farbe ist für die Besonderheiten durch einen bestehenden Anstrich bestens gewappnet.

In der Regel reicht hier wirklich ein Anstrich aus, um ein gutes Ergebnis zu erreichen, sodass sich der finanzielle Mehraufwand lohnt.

Vorsicht bei altem Anstrich mit Latexfarbe

Wurde auf der Wand vorher eine Latexfarbe verarbeitet, ist ein erneuter Anstrich nicht so leicht zu verarbeiten. In diesem Fall muss unbedingt zunächst geprüft werden, in welchem Zustand die Wand ist.

Weiterhin sollte dafür gesorgt werden, dass die Latexfarbe angeraut wird. Dies geht mit Schleifpapier sehr gut. Ist die Oberfläche des Anstrichs zu glatt, besteht sonst die Gefahr, dass die Farbe nicht angenommen wird. Sie hält also nicht.

Grundsätzlich muss bei allen Farben darauf geachtet werden, dass diese gleichmäßig aufgetragen wird und dabei immer die gleiche Farbmenge genutzt wird. Wird einmal wenig und dann wieder viel Farbe verwendet, hat das unweigerlich zur Folge, dass die Wand fleckig aussieht.

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Author: renosys