Vielleicht planen Sie gerade eine Komplettrenovierung für ihr Haus. Dabei fällt auf, dass eigentlich der Platz für ein Homeoffice, ein zusätzliches Kinderzimmer oder ein Hobbyraum fehlt.

Sollte das Haus eventuell über einen Dachboden verfügen, so bietet sich in vielen Fällen ein Dachbodenausbau an. Durch ihn gewinnen Sie eine weitere Fläche, die Sie bei einer entsprechenden Größe sogar in mehrere Bereiche unterteilen können.

Bei einem Dachbodenausbau sind jedoch viele Punkte zu beachten. In diesem Ratgeber erfahren Sie deshalb, woran Sie schon bei der Planung unbedingt denken sollten.

Welche Dachböden eignen sich für einen Ausbau?

Unter einem Dach mit einer flachen Neigung können Sie oft nur in der Mitte aufrecht stehen. Damit nutzbarer Wohnraum entsteht, sollte das Dach deshalb eine Neigung von mindestens 30 ° haben.

Beachten Sie außerdem, dass Dachausbauten nicht in allen Gebäuden erlaubt sind. Fragen Sie deshalb beim Bauamt an Ihrem Wohnort nach.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Dacheindeckung aus beispielsweise Dachschindeln. Ist sie schon alt und vielleicht sogar brüchig oder nicht ganz wasserdicht, lässt sich selbst mit einer sehr guten Dämmung kein dauerhaft angenehmes Raumklima schaffen.

In diesem Fall sanieren Sie am besten zuerst das Dach, bevor Sie mit dem Ausbau beginnen.

Welche Vorschriften sind bei einem Dachausbau zu beachten?

Soll ein Dachboden als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden, sind vor allem hinsichtlich der Fensterflächen gewisse Vorgaben einzuhalten.

Wie groß die Fenster sein müssen, ist jedoch in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. Klären Sie deshalb auch diese Frage mit dem zuständigen Bauamt.

Auf Dachböden werden meist Dachflächenfenster eingebaut, denn bei ihnen ist der Aufwand am geringsten.

Es gibt jedoch noch weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel die Verglasung des gesamten Giebels oder die Integration einer Dachgaube mit Fenstern. Selbst ein kleiner Balkon lässt sich eventuell anbauen.

Wie lässt sich das Dach ausreichend dämmen?

Auf bisher ungenutzten Dachböden und vor allem in älteren Gebäuden ist die Dämmung oft unzureichend. Ist dies bei Ihnen der Fall, lesen Sie am besten unsere Ratgeber „Dachsanierung: Verschiedene Dämmarten und Kosten“.

Sofern die Dacheindeckung noch intakt ist, reicht eine Zwischensparrendämmung und gegebenenfalls eine zusätzliche Untersparrendämmung in der Regel aus.

Letztere kommt meist zum Einsatz, wenn die Tiefe der Sparren für eine dicke Dämmschicht aus beispielsweise einem Klemmfilz nicht ausreicht. Zwischen- und Untersparrendämmungen werden von innen montiert, sodass Sie die Dacheindeckung nicht zu entfernen brauchen. Auch Veränderungen am Dachstuhl sind nicht erforderlich.

Werden die Dachschindeln ohnehin erneuert, kann die Dämmung aber auch von außen erfolgen. In diesem Fall spricht man von einer Aufsparrendämmung.

Eine gute Dachdämmung sorgt übrigens nicht nur im Winter für angenehme Temperaturen auf dem Dachboden. Sie hält in den Sommermonaten auch die Hitze fern, die sich unter einem Dach leicht staut.

Denken Sie bei der Auswahl der Dämmstoffe an die Bestimmungen der aktuellen Energieeinsparverordnung. In ihr sind sogenannte U-Werte für die Dachdämmung festgelegt.

Der Wärmedurchgangskoeffizient oder kurz U-Wert gibt an, wie durchlässig eine Dämmung für Wärme ist.

Dementsprechend geht über eine Dämmschicht mit niedrigem U-Wert weniger Wärme verloren als über eine Dämmung mit hohem U-Wert.

Beachten Sie jedoch, dass für Neubauten und Bestandsgebäude unterschiedliche Werte gelten, denn bei Neubauten sind die Vorschriften strenger.

Tipp: Möchten Sie den U-Wert einer geplanten Dachdämmung ermitteln, finden Sie im Internet U-Wert-Rechner. Noch besser ist es allerdings, einen Fachmann zu Rate zu ziehen oder sich vom Handwerker, der die Arbeit ausführt, beraten zu lassen.

Lassen Sie sich bei einer Dachdämmung außerdem keine staatlichen Fördermittel entgehen. Für viele Maßnahmen, mit denen Sie die Wärmedämmung in Ihrem Zuhause verbessern, gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. Die aktuellen Programme finden Sie auf der Internetseite der KfW.

Fußbodenaufbau auf dem Dachboden

Ist der Fußboden unter Ihrem Dach uneben oder wellig, verlegen Sie am besten zunächst einen Trockenestrich. Auf diese Weise schaffen Sie eine komplett ebene Fläche, die sich gut mit einem Belag nach Wahl wie zum Beispiel einem Laminat belegen lässt.

Trockenestrichelemente bestehen meist aus Gipsfasern oder OSB-Platten. Sie lassen sich daher leicht mit einer Stichsäge oder einer Handkreissäge zuschneiden und verlegen.

Im Unterschied zu Zement- oder Fließestrich haben sie außerdem den Vorteil, dass sie keine Zeit zum Trocknen benötigen. Die weitere Gestaltung des Fußbodens auf dem Dachboden kann daher direkt im Anschluss erfolgen.

Trockenestrichelemente mit integrierter Dämmschicht mindern den Trittschall, der beim Begehen des Fußbodens entsteht. Er kann vor allem bei einem Untergrund aus Holzbalken in den darunter liegenden Räumen recht störend sein.

Um den Trittschall zu mindern, können Sie aber auch einen herkömmlichen Trockenestrich mit einer Trittschalldämmung kombinieren.

Welche Materialien eignen sich zum Verkleiden der Wände?

Die Wände und Schrägen auf einem Dachboden lassen sich gut mit Gipskarton- oder Gipsfaserplatten verkleiden.

Diese relativ leichten Platten, die auch unter der Bezeichnung Rigips bekannt sind, können im Anschluss mit Raufaser beklebt und gestrichen, mit Tapeten versehen oder verputzt werden.

Zuvor müssen jedoch die kleinen Fugen zwischen den einzelnen Platten verspachtelt werden. Sie würden sich auf einer Raufaser oder einer Tapete abzeichnen.

Für den Einbau von Zwischenwänden sind Gipskartonplatten ebenfalls bestens geeignet, falls Sie die Fläche unter dem Dach in mehrere Räume aufteilen möchten.

Auch Stromkabel für Steckdosen und die Beleuchtung lassen sich hinter den Platten gut verlegen.

Sofern Sie diese Arbeiten selbst ausführen möchten, sollten Sie daher schon vorher überlegen, an welchen Stellen Sie einen Stromanschluss benötigen.

Wie wird der Aufgang zum Dachboden sicher und komfortabel?

Ist Ihr Dachboden bislang über eine Bodentreppe zugänglich, steht möglicherweise nur wenig Platz für den Einbau einer anderen Treppe zur Verfügung.

Dann ist eine Wendeltreppe oder eine Raumspartreppe eine gute Lösung. Weitere platzsparende Varianten sind eine Sambatreppe oder eine schmale Treppe, die direkt an einer Wand verläuft.

Die sehr steile und schmale Steiltreppe ist dagegen als Zugang in einen Wohnraum nicht zugelassen.

Um einen dauerhaften Zugang auf den Dachboden zu schaffen, ist es oft erforderlich, den alten Deckendurchbruch zu vergrößern.

Bei solch einer Veränderung ist es wichtig, vorab die Statik der Decke überprüfen zu lassen. Sie spielt auch bei der späteren Möblierung und der Nutzung des Dachbodens eine entscheidende Rolle.

Wie lässt sich der Dachboden an das Stromnetz und die Heizungsanlage anschließen?

Ein Dachboden ist für gewöhnlich bereits an das Stromnetz im Haus angeschlossen, denn schon allein für eine einfache Beleuchtung ist Strom erforderlich.

Ein Elektriker kann Ihnen daher mit relativ geringem Aufwand die nötigen Steckdosen für elektrische Geräte und weitere Leuchten installieren.

Auch das Verlegen von Leitungen auf einen bisher nicht mit Strom versorgten Dachboden verursacht in der Regel keine all zu hohen Kosten.

Um Heizungsrohre bis in den Raum unter dem Dach zu verlegen, sind dagegen größere bauliche Maßnahmen erforderlich. Ein Heizungsbauer kann Sie beraten und bei dieser Gelegenheit auch gleich überprüfen, ob Ihre Heizungsanlage für einen weiteren Raum ausreichend groß dimensioniert ist.

Ein Installateur aus dem Bereich Gas/Wasser/Heizung legt Ihnen außerdem einen Wasseranschluss auf den Dachboden, sofern Sie einen benötigen.

Mit ihm ist Ihr neuer Wohnraum unter dem Dach perfekt eingerichtet und kann jedem beliebigen Zweck dienen.

renosys
Author: renosys