Nachhaltig bauen, sanieren und renovieren – ein kleiner Leitfaden 1
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Bei einer nachhaltigen Renovierung oder Sanierung sowie beim nachhaltigen Bauen kommen nur umweltfreundliche Materialien mit einer möglichst langen Lebensdauer zum Einsatz. Ebenso wichtig ist aber auch die Reduzierung des Energieverbrauchs durch geeignete Maßnahmen.
Nachhaltigkeit kommt daher nicht nur der Umwelt zugute, sondern verringert auch in vielen Bereichen wie zum Beispiel beim Heizen die Kosten. Ebenso sind ökologische Baustoffe nicht nur ein guter Beitrag zum Klimaschutz.

Sie haben auch einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Hausbewohner. Die Nachhaltigkeit hat beim Bauen, Renovieren und Sanieren daher auf vielen Gebieten einen positiven Effekt.

Nachhaltig bauen – die wichtigsten Aspekte

Beim nachhaltigen Bauen geht es darum, möglichst wenig Ressourcen zu verbrauchen, den Energieverbrauch bei der Nutzung des Gebäudes zu minimieren und bei allen Entscheidungen den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten.

Nachhaltiges Bauen beginnt deshalb schon bei der sorgfältigen Auswahl des Grundstücks. Noch nachhaltiger ist es allerdings, keine weiteren Flächen zu versiegeln und ein Haus zu beziehen, das zum Verkauf steht.

Soll es dennoch ein Neubau sein, sorgen eine kompakte Bauweise und eine Ausrichtung nach Süden für geringere Wärmeverluste über die Außenwände und damit für einen niedrigeren Energieverbrauch beim Heizen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Suche nach einem Grundstück ist die Erreichbarkeit von Geschäften, Schulen, der Arbeitsstelle und anderen Orten, die regelmäßig aufgesucht werden. Lassen sich diese Wege auch zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, kann zumindest an Tagen mit schönem Wetter das Auto in der Garage bleiben.

Denken Sie bei der Planung Ihres neuen Zuhauses außerdem an die Zukunft. Ein Haus, das sich nach dem Auszug der Kinder mit wenig Aufwand umbauen lässt, ist eine dauerhafte und damit nachhaltige Lösung.

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Grüner Garten statt Schotter-Wüste

Ein weiterer wichtiger Beitrag zum Umweltschutz ist eine möglichst geringe Versiegelung des Grundstücks. Geschlossene Oberflächen wie eine gepflasterte Grundstückseinfahrt verhindern, dass Regenwasser versickert und dem Grundwasser zugeführt wird. Gleichzeitig erhöhen sie die Gefahr von Überschwemmungen, die durch den Klimawandel selbst in weniger gefährdeten Gebieten immer häufiger auftreten.

Eine gute Alternative sind daher durchlässige Baustoffe wie Rasengittersteine, die sich aufgrund ihrer hohen Stabilität auch für Wege eignen, die mit dem Auto befahren werden.

Die pflegeleichte Gestaltung von Vorgärten mit Kies ist beim nachhaltigen Bauen ebenfalls tabu. Sie ist nicht nur eine unnötige Versiegelung, sondern nimmt den für die Natur wichtigen Insekten auch den Lebensraum. Zudem heizen sich Steine bei intensiver Sonneneinstrahlung auf und geben die Wärme dann dementsprechend auch wieder ab. Was bei heißen Sommern nicht unbedingt angenehm ist.

Die „Beschotterung“ von Gärten und Grundstücken soll auch in einigen Regionen Deutschlands verboten werden.

Nachhaltige Baustoffe – ökologisch und gesund

Nachhaltige Baustoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt. Im Bereich der Dämmstoffe sind dies zum Beispiel Hanf, Jute, Schilf und Holzfasern.

Sie stammen idealerweise aus der Region und werden auch dort verarbeitet. Dies hat den Vorteil, dass beim Transport nur geringe Belastungen für die Umwelt entstehen.

Nachhaltige Baustoffe zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie recycelbar sind. Dadurch lassen sie sich zu einem späteren Zeitpunkt in den Wertstoffkreislauf zurückführen.

Bei der Bewertung, ob ein Baustoff nachhaltig ist, spielt aber auch die Energie, die für seine Herstellung benötigt wird, eine Rolle.

Lehm – Ein traditioneller Baustoff

Auch traditionelle Baustoffe wie Lehm kommen bei nachhaltigen Renovierungen wieder häufiger zum Einsatz.

Lehm wurde früher vor allem für Fachwerkhäuser genutzt und ist heutzutage in Form von vorgefertigten Steinen und Platten sowie als Lehmputz erhältlich. Gleiches gilt für Materialien, die für eine bestimmte Region typisch sind.

Hierzu gehören vor allem die zahlreichen Gesteinsarten wie Granit, Schiefer und Kalkstein, aber auch andere Baustoffe wie zum Beispiel Reet, das in Norddeutschland zum Decken der Dächer genutzt wird.

Sie verliehen in früheren Zeiten, als der Transport von Materialien noch kostspielig war, den einzelnen Regionen ihr typisches Bild.

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Energie auf ökologische Weise gewinnen

Beim nachhaltigen Bauen, Renovieren und Sanieren spielt außerdem die Art der Energiegewinnung eine entscheidende Rolle. Ökologisch sinnvoll und inzwischen weit verbreitet sind Photovoltaikanlagen auf dem Dach, die Sonnenlicht in Strom umwandeln.

Sind sie an Stromspeicher angeschlossen, ist die Stromversorgung selbst in Zeiten ohne Sonnenschein gewährleistet. Eine Einspeisung in das öffentliche Netz ist in vielen Fällen ebenfalls möglich.

Auf diese Weise lassen sich mit dem umweltfreundlich gewonnenen Strom auch andere Verbraucher versorgen.

Zum Heizen eignen sich unter anderem Wärmepumpen, die beispielsweise die Wärme aus tieferen Erdschichten nutzen, um das Wasser für die Heizungsanlage aufzuwärmen. Diese Technik hat gegenüber der Nutzung von Sonnenenergie den Vorteil, dass die Wärme jederzeit zur Verfügung steht.

Pelletöfen und andere Öfen, die anstelle von fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl mit Holz befeuert werden, sind ebenfalls umweltfreundlich.

Fördermöglichkeiten für nachhaltige Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellt beim Wechsel auf erneuerbare Energien deshalb günstige Kredite zur Verfügung. Sie bietet auch finanzielle Unterstützung bei anderen Maßnahmen, durch die sich die Energieeffizienz eines Gebäudes verbessern lassen.

Ebenso fördert sie nachhaltiges Bauen, indem sie zum Beispiel die Kosten für einen Experten für energieeffizientes Bauen zur Hälfte übernimmt.

Durch einen Blick auf die aktuellen Förderprogramme lässt sich daher unter Umständen viel Geld sparen.

Eine gute Hilfe: das Siegel der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Wie Sie sehen, umfasst nachhaltiges Bauen und Sanieren zahlreiche Aspekte, die den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betreffen.

Sämtliche Punkte zu berücksichtigen, ist für Laien jedoch kaum möglich, deshalb sind beim Bau eines Hauses Zertifizierungssysteme eine gute Hilfe.

Eine Gebäudezertifizierung nimmt zum Beispiel die Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vor. Sie vergibt nach einer eingehenden Prüfung Siegel in Bronze, Silber, Gold und Platin. Diese Siegel nutzen inzwischen auch viele Anbieter von schlüsselfertigen Häusern.

Bei einem frei geplanten Haus und bei der Sanierung oder Renovierung eines Bestandsgebäudes kann dagegen ein Experte für nachhaltiges Bauen helfen.

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Author: renosys