Malerfachbetrieb Höchtl – Ihr Maler aus Pocking
Ihre Malerexperten für alle möglichen Projekte

Interview mit dem Betrieb Maler Höchtl, Inhaber Peter Zinner

Was ist dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer die gerade selbst gegründet haben oder einen Betrieb übernehmen?

Ich selbst habe den elterlichen Betrieb übernommen und muss sagen, dass neben Fleiß und Qualität vor allem kaufmännische Fähigkeiten wichtig sind. Die Arbeit ist natürlich wichtig, jedoch wird das Geld am Ende auch im Büro verdient. Man sollte also gut mit Zahlen umgehen können und auf
unerwartete steuerliche Zahlungen vorbereitet sein.

Was waren deine größten Herausforderungen in der Startphase?

Ganz klar: dass ich ursprünglich als Schreiner gearbeitet habe und spät umlernen musste. Ich habe eine zusätzliche Ausbildung zum Maler absolviert und meinen Meister gemacht, um den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Jedoch war auch klar, dass der neue Beruf ebenso mit Leidenschaft verbunden ist. Zudem gibt es einige Parallelen zum Schreinertum und seit 2016 führe ich den Betrieb.

Leidest du unter Fachkräftemangel? Was waren deine besten und schlechtesten Erfahrungen hierzu?

Ja, Fachkräftemangel ist schon ein Thema. Aktuell habe ich ein Team mit dem ich zufrieden bin, jedoch ändert sich in einem Betrieb über die Jahre hin auch das ein oder andere. Daher schaut man schon nach guten neuen Leuten. Es ist insgesamt schwer aktuell gute zusätzliche Mitarbeiter zu finden. Bewerbungen von ausgelernten Arbeitern sind jedoch häufiger als Bewerbungen als Lehrling. Es gab schon Lehrlinge die Lernschwierigkeiten hatten, was an sich kein Problem ist. Jedoch ist es schade, wenn man viel Zeit und Mühe investiert und die Lehrlinge gar nicht in dem Beruf bleiben wollen. Manchmal machen Lehrlinge den Beruf nur, um etwas auf der Hand zu haben und nicht aus Leidenschaft zum Fach. Daher ist unser Team generationstechnisch gut gemischt: Wir haben junges und älteres Personal. Die junge Generation bringt oft frisches Know-How mit auf die Arbeit, während die ältere Generation mit der langjährigen Erfahrung glänzt.

Was ist deine Hauptzielgruppe?

Im Prinzip machen wir allerlei Aufträge und sind offen für individuelle Anfragen. Jedoch sind wir größtenteils im privaten Sektor tätig. Öffentliche Aufträge können interessant sein, aber manchmal ist der Preiskampf in diesem Bereich zu groß. Dann hat man zwar einen großen Auftrag, verdient aber eigentlich mehr mit mehreren kleinen Aufträgen.

Welche berufliche Situation hat dich zuletzt herausgefordert? Ging auch mal was daneben?

Ja durchaus, ich erinnere mich an eine Situation mit Lehmfarbe. Wir setzen immer Qualitätsprodukte ein, aber diese Farbe war für uns noch etwas Neues. Sie sah an der Wand einfach nicht so aus wie wir uns das vorgestellt hatten. Nach dem Rätseln haben wir festgestellt, dass es am Mischungsverhältnis lag, welches bei diesem Produkt etwas anders ist als bei herkömmlichen Farben. Jedoch haben wir das Problem letztendlich natürlich ausgeglichen und den Kunden zufrieden hinterlassen. Das ist Lehrgeld, welches man als Meisterbetrieb hier und da mal einplanen muss, da auch mal was schief gehen kann.

Wo siehst du dich und deine Firma in 5 Jahren?

Grundsätzlich wäre ich zufrieden, wenn ich in 5 Jahren auf dem gleichen Level arbeiten könnte wie heute. Das sage ich auch deshalb, weil man nicht weiß wie sich die Corona-Maßnahmen noch darstellen und wie es weitergeht. Daher wäre ich mit einer vergleichbaren Auftragslage und einem ähnlich starken Team wie heute absolut zufrieden. Ein Expandieren würde auch bedeuten, dass ich meine elterlich übernommene Malerwerkstatt umsiedeln müsste, weil ich dann mehr Platz bräuchte. Etwas Derartiges sehe ich erstmal nicht, weil der Betrieb und die zugehörigen Gebäude eine lange Tradition haben. Wenn ich expandiere, dann nur ein klein wenig und da geht es dann eher um zusätzliche gute Mitarbeiter.

Findest du das das Handwerk in Deutschland genügend wertgeschätzt wird?

Bei den Kunden hat man natürlich schon den Eindruck, dass sie dankbar sind. Früher waren handwerkliche Berufe jedoch gefühlt mehr auf Augenhöhe mit akademischen Berufen. Heute versuchen Eltern ihre Kinder oft zu lukrativeren, akademischen Berufen zu überreden, die körperlich weniger anstrengend sind. Das ist manchmal auch verständlich. Es gibt zwar Unterschiede, jedoch gibt es auch handwerkliche Berufe, bei denen die Bezahlung als ausgelernte Kraft sehr gering ist. Die Bezahlung in einem solchen Bereich ist als Lehrling häufig besonders miserabel. Aller Anfang ist schwer, das ist klar, aber man möchte ja auch für seine Arbeit wertgeschätzt werden, vor allem als junger Mensch der gerade in einen Beruf einsteigt. Wenn die Bezahlung dann so schlecht ist, kann die Leidenschaft zum Beruf nur schwer wachsen. Vielleicht auch eine Aufgabe für die Politik, da mehr Balance reinzubringen.

Wie wichtig findest du Generationsbetriebe bzw. Familienunternehmen? Würdest du dir auch wünschen, dass deine Kinder deinen Betrieb einmal übernehmen?

Das ist schwer zu beantworten, da Generationsbetriebe ja auch große Konzerne sein können. Dort hat man dann wenig Einblick. Aber überschaubare Generationsbetriebe, bzw. Familienunternehmen finde ich schon schön. Es ist toll, wenn jemand als Ein-Mann Betrieb angefangen hat und eines Tages Aushängeschild für die Stadt wird und die Kinder sich eines Tages in dem Betrieb wiederfinden. Zudem stärkt so etwas die Gemeinde oft auch kulturell und finanziell. In meinem Fall ist es so: Wir möchten unserer Tochter natürlich die Entscheidung offenlassen. Jedoch wünscht sich meine Frau, dass sie eher in einen ganz anderen Bereich geht. Ich aber würde mir insgeheim schon wünschen, dass sie den Betrieb eines Tages übernimmt, vorausgesetzt die Auftragslage ist in 20 Jahren noch so gut wie heute.

Wir bedanken uns bei Maler Höchtl, Peter Zinner für das tolle und ausführliche Betriebs-Interview. Mehr Informationen zum Betrieb unter: www.maler-pocking.de