Fassadensanierung denkmalgeschützter Häuser 1
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Häuser, die unter Denkmalschutz stehen, verleihen dem Stadtbild ein ganz besonderes Flair. Wer in solchen Häusern wohnt, an den werden neben einem einzigartigen Wohnambiente auch einige Anforderungen gestellt. Wie z.B. das Thema Sanierungsarbeiten. Im speziellen geht es hierbei um die Frage: Kann die Fassade eines denkmalgeschützten Hauses saniert werden? Wenn einige Punkte beachtet werden, ist dies nicht unmöglich.

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Denkmalgeschützte Häuser haben einen ganz besonderen Charme. Wer darin wohnt, kann sich glücklich schätzen. Ein (Wohn)Gebäude unter Denkmalschutz ist nicht nur aus historischer Sicht interessant.

Für die jeweiligen Besitzer ist die Immobilie eine unschätzbare Wertanlage, die es zu erhalten und zu pflegen gilt. Es gibt viele Punkte, auf die bei der Renovierung und Sanierung von denkmalgeschützten Häusern, geachtet werden müssen.

Genehmigungspflichtige Maßnahmen zur Sanierung

Genau wie bei herkömmlichen Altbauten müssen denkmalgeschützte Häuser saniert werden. Vor allem dann, wenn sie lange Zeit leer standen.

Doch im Unterschied zu „normalen“ Altbauten muss im Vorfeld der Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude die zuständige Denkmalschutzbehörde eingeschaltet werden. Sie muss die jeweiligen Maßnahmen genehmigen.

Der Denkmalschutz fällt in Deutschland in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bundesländer. In den jeweiligen Bauordnungen der einzelnen Bundesländer ist der Denkmalschutz geregelt. Im Folgenden erfahren Sie mehr zur Sanierung der Hausfassade einer denkmalgeschützten Immobilie. Im Gegensatz zu anderen alten Häusern muss hier einiges beachtet werden.

Die einzelnen Denkmalschutzgesetze finden Sie im Internet. Auf dieser Webseite sind die Denkmalschutzgesetze der einzelnen Bundesländer aufgeführt. (http://www.denkmalliste.org/denkmalschutzgesetze.html )

Diese baulichen Änderungen und Maßnahmen müssen unter anderem von der Denkmalschutzbehörde genehmigt werden:

  • Abriss und Entkernung des Hauses
  • Farbliche Neugestaltung der Fassade
  • An- und Einbau von Fahrstühlen und Treppen
  • Anbringung von Solaranlage
  • Einsatz neuer Türen und Fenster
  • Ausbau des Dachgeschosses oder die Reparatur des Fachwerks
  • Energetische Sanierungen der Innen- und Außenwände

Häuser unter Denkmalschutz: Energetische Sanierung der Fassade

Ziel der Fassaden-Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses ist es, die Außenfassade möglichst im Originalzustand zu erhalten. Vor diesem Hintergrund verhindert die Denkmalschutzbehörde in den meisten Fällen Maßnahmen zur Sanierung der Außenfassade.

Hauptsächlich soll verhindert werden, dass historische Fassaden hinter Dämmplatten oder Verkleidungen verschwinden. Denn Fassaden denkmalgeschützte Häuser gelten als besonders schützenswert.

Bei den meisten denkmalgeschützten Objekten ist die Wärmedämmung der Außenfassade ohnehin nicht notwendig. Die Wände sind oftmals sehr dick und in vielen Fällen wurden sie mit Lehm oder Stroh angereichert.

Das sorgt für eine gute Isolierung und somit erübrigt sich eine nachträgliche Dämmung. Dadurch ist die Raumtemperatur im Haus das ganze Jahr konstant. Zudem hält sich der Wärmeverlust über die Außenfassade in Grenzen.

Häuser unter Denkmalschutz_Energetische Sanierung der Fassade

Innendämmung als Möglichkeit

Allerdings können Sie das Haus von innen dämmen. In den vergangenen Jahren wurden von zahlreichen Herstellern immer bessere Dämmsysteme entwickelt, die aus bauphysikalischer Sicht unbedenklich sind und hervorragend in denkmalgeschützten Häusern zum Tragen kommen.

Bei der Innendämmung der Fassade kommen beispielsweise Kalziumsilkat- oder Perliteplatten zum Tragen. Der

Vorteil von diesen Materialien ist, dass sie die Feuchtigkeit in der Raumluft regulieren können, sodass es nach dem Abschluss der Dämm-Maßnahmen nicht zur Bildung von Schimmel kommt.

Diese Art der Dämmsysteme wird gerne bei Fachwerkhäusern verwendet. Die Dämmplatten werden mit einem speziellen Kleber an der Innenwand angebracht.

Ein weiterer Vorteil der Platten: Entstehende Feuchtigkeit durch Tauwasser kann gebunden werden. Somit wird dem Fachwerk eine zusätzliche Belastung durch Feuchtigkeit erspart.

Weitere Maßnahmen bei der Fassaden-Innendämmung

Bei der Innendämmung von denkmalgeschützten Häusern liegt der Fokus der Sanierung und Modernisierung auf den Fenstern. In der Regel sind die Fenster einfachverglast.

Bei einer Modernisierung werden sie ausgebaut und mehrfachverglast wiedereingesetzt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Bauphysik des Hauses dies zulässt.

Durch die Mehrfachverglasung wird die Entstehung von Kältebrücken verhindert und somit Feuchtigkeit vom Haus ferngehalten wird. Werden optisch passende Fenster gekauft, geht nichts vom Charme des Hauses verloren.

Fördermittel für die Sanierung beantragen

Der Schutz von Denkmälern liegt im öffentlichen Interesse. Werden die einzelnen Objekte zudem als Wohnraum genutzt, haben Sie gute Chancen, sich die Innendämmung des Hauses finanziell fördern zu lassen.

Die staatliche Förderbank KfW (Kreditanstalt für den Wiederaufbau) vergibt zinsgünstige Kredite und einmalige Zuschüsse für die Sanierung und Modernisierung alter und denkmalgeschützter Häuser. Vor allem die energieeffiziente Sanierung wird von der KfW gefördert.

Aus diesem Grund gibt es bei der Förderbank ein eigenes Programm. Dort läuft es unter dem Namen „KfW-Effizienzhaus Denkmal“. Hierbei handelt es sich um ein Programm, das konkret auf die energetische Sanierung denkmalgeschützter Objekte zugeschnitten ist.

Auf der Webseite der KfW erfahren Sie mehr Details zum Programm.
(https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Energetische-Sanierung/KfW-Effizienzhaus-Denkmal/)

Grundsätzlich gelten dieselben Förderbeträge wie bei herkömmlichen Altbauten. So fördert die KfW die Maßnahmen mit einem Förderkredit in Höhe von

  • bis zu 100.000 Euro pro Wohnung bei Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus.
  • bis zu 50.000 Euro je Wohnung bei Teilsanierung in Einzelmaßnahmen.

Darüber hinaus macht die Förderbank darauf aufmerksam, dass ein Tilgungszuschuss möglich ist, wenn der KfW-Effizienzhaus-Standard erreicht wird. Der Tilgungszuschuss reduziert den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen müssen.

Förderung durch die Denkmalschutzbehörde

Neben den Krediten durch die KfW besteht die Möglichkeit der Förderung durch die Denkmalschutzbehörde sowie der jeweiligen Gemeinde, dem Landkreis oder dem Bezirk.

Ziel ist neben der Sanierung die Erhaltung des historischen Wertes der Immobilie. Sowohl bei der KfW als auch bei anderen Stellen müssen die Förderungen zu Beginn der Maßnahme beantragt werden. Ab einer Fördersumme von 10.000 Euro wird sich die entsprechende Behörde sehr wahrscheinlich selbst ein Bild von der Maßnahme machen.

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Author: renosys