Energetische Sanierung der Fassade: Alle wichtigen Infos 1
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Über die Fassade eines Hauses geht viel Wärme verloren, aus diesem Grund kann eine energetische Sanierung Abhilfe schaffen. Doch was bedeutet dies eigentlich? Die wichtigsten Infos dazu im Überblick.

Die Fassade eines Hauses ist zugleich auch die äußere Visitenkarte einer Immobilie. Dieser Wert bemisst sich einerseits an dem Alter, andererseits an der Außenfassade sowie am allgemeinen Zustand.

Allerdings stehen Eigentümern von alten Häusern vor dem Problem, dass mit der alten Fassade ein hoher Energie- und Wärmeverlust einhergeht. Unsanierte Fassaden bedeuten gleichzeitig hohe Heizkosten.

Zudem dringt über ungedämmte Fassaden Feuchtigkeit ins Haus ein, was wiederum zu Schimmel- und Moosbildung führen kann.

Mit einer energetischen Sanierung der Fassade kann das Problem des Wärmeverlustes verringert und sogar vollständig vermieden werden. Darüber hinaus wird durch die Sanierung der Außenfassade verhindert, dass die Feuchtigkeit durch das Mauerwerk ins Haus eindringt und sich dort Schimmel bildet.

Energetische Sanierung: Was ist das?

Zunächst soll der Begriff der energetischen Sanierung näher erläutert werden. Darunter werden die baulichen Änderungen an einem Bestandsgebäude verstanden.

Das Ziel der energetischen Sanierung ist die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie das Absenken des CO2-Ausstoßes. Vor dem Hintergrund der Energiewende ist die energetische Sanierung eine wichtige Stellschraube.

Obwohl die Investitionskosten für Hausbesitzer zum Teil sehr hoch sind, zahlt sich die energetische Komplett- oder Teilsanierung langfristig für Sie aus.

Neben der Sanierung der Hausfassade werden weitere Bereiche des Hauses energetisch saniert. Beispiele hierfür sind der Dachboden und der Keller sowie die Lüftungsanlagen und die Fenster.

Darüber hinaus zählen der Austausch der Heizungsanlage sowie die Installation einer Photovoltaikanlage zur Erzeugung des eigenen Stroms zu den Maßnahmen der energetischen Sanierung.

Energieeinsparverordnung und energetische Sanierung der Außenfassade

Vor dem Hintergrund der energetischen Sanierung, speziell der Außenfassade des Hauses, spielt die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine große Rolle. Die Verordnung soll maßgeblich dazu beitragen, die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung einzuhalten.

Ein Hauptziel der Energiepolitik der Bundesregierung ist es, einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu schaffen.

Die EnEV gilt für alle Gebäude, die beheizt und klimatisiert werden. Zudem macht die Verordnung Vorgaben zu den Wärmedämm-Standards eines Gebäudes.

Außerdem bezieht sie sich auf die Heizungs- und Klimatechnik. Neben der deutlichen Reduzierung der Heizkosten wirkt die EnEV daran mit, ein behagliches Wohnumfeld für die Bewohner eines Hauses zu schaffen. Dies ist gleichzeitig das Ziel der energetischen Sanierung der Hausfassade.

U-Wert der Außenwand

Vor dem Hintergrund der energetischen Sanierung der Haus-Außenfassade sowie der Energieeinsparverordnung spielt der U-Wert eine große Rolle. Dieser beschreibt, wie viel Wärme pro Quadratmeter Wandfläche nach draußen entweicht, wenn die Temperatur draußen um ein Grad niedriger als drinnen ist.

Der U-Wert gilt seit 2002 als feste Bezugsgröße für den Wärmedurchgang von Bauteilen. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser sind die Dämmeigenschaften der Außenwand eines Hauses.

Wichtige Aspekte der energetischen Sanierung der Fassade

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Aspekte der energetischen Sanierung der Außenfassade des Hauses.

Dämmung der Fassade

Bei der energetischen Sanierung gibt es zwei Arten bei der Dämmung. Sie haben die Möglichkeit, die Außenwand mit einem Wärmeverbundsystem oder mit hinterlüfteter Fassade zu dämmen. Hier schreibt die EnEV 2013 einen U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter für die Fassade vor.

Die Dämmung der Fassade ist laut Energieeinsparverordnung dann notwendig, wenn Hauseigentümer mehr als 10 Prozent der Fassade sanieren lassen oder eine plattenartige Verkleidung auf der Außenseite anbringen. Ein Beispiel hierfür sind Klinker.

Die Kosten für die Dämmung der Außenfassade des Hause liegen zwischen 15 und 250 pro Quadratmeter. Die neue Fassadenverkleidung ist in dem Preis bereits enthalten.

Die EnEV schreibt vor, dass Käufer von Bestandsgebäuden, die vor dem 1. Februar 2002 gebaut wurden, innerhalb von zwei Jahren nach dem Einzug zu folgenden Maßnahmen im Rahmen von energetischen Sanierungen verpflichtet sind:

Heizungsanlage tauschenWärmedämmung des Daches oder der oberen GeschossdeckeDämmung von Heizungs- und Warmwasseranlagen Wenn ein Hausbesitzer auf die Dämmung der Außenfassade eines Hauses verzichtet, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro.­

Ausnahmen

Wenn sich Hausbesitzer dazu entscheiden, die Fassade neu zu streichen, greift die EnEV nicht. Darüber hinaus sind Sie von den Vorschriften der Verordnung befreit, wenn weniger als 10 Prozent der Fassade verändert werden.

Reparaturarbeiten oder Ausbesserungen am Putz können ohne Probleme und ohne Rücksicht auf die EnEV vorgenommen werden.

Energetische Fassaden-Sanierung und Überbau

Wenn Sie die energetische Sanierung der Hausfassade planen, benötigen Sie keine Baugenehmigung. Sollte sich Ihr Haus auf der Baugrenze zu einem anderen Grundstück befinden, darf diese unter bestimmten Bedingungen überbaut werden.

In diesem Fall empfiehlt es sich, das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen, sie über das Vorhaben zu informieren und sich gegebenenfalls das Einverständnis zu holen. So vermeiden Sie Streit und eventuelle Klagen und Gerichtsverfahren.

Die Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer regeln den Überbau in Bezug auf die energetische Sanierung der Fassade.

Im Vorfeld ist zu prüfen, ob eine vergleichbare Wärmedämmung mit vertretbaren Aufwand ausgeführt werden kann. Allerdings gilt der Überbau nur für Altbauten und auch nur dann, wenn die Baumaßnahme das überbaute Grundstück nicht einschränkt. 25 Zentimeter dürfen beim Überbau nicht überschritten werden.

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Unterschiedliche Dämmsysteme für Hausfassaden

Bei der Fassadendämmung gibt es unterschiedliche Systeme. Im Folgenden werden Ihnen die drei wichtigsten erläutert.  

Hinterlüftete Vorhangfassade

Bei diesem Dämmsystem kann die Luft hinter der Fassadenverkleidung zirkulieren. Zwischen der dämmenden Schicht und der Verkleidung eines Gebäudes gibt es einen durchgehenden Spalt, der sowohl oben und unten offen ist.

Die Feuchtigkeit, soll durch die zirkulierende Luft abtransportiert werden. Diese entsteht einerseits durch den Wasserdampf, der durch das Mauerwerk von den Innenräumen nach außen diffundiert. Andererseits drückt die Feuchtigkeit bei Regen durch die Fugen der Verkleidung.

Für die hinterlüftete Vorhangfassade eignen sich nahezu alle Dämmstoffe. Es können beispielsweise Klinker, Faserzementplatten, Aluminiumplatten oder Naturstein verwendet werden.

Wärmeverbundsystem (WDVS)

Bei dem WDVS handelt es sich um die preiswerteste Art der Dämmung. Bei diesem System werden die bekannten Dämmplatten auf die Außenwand des Hauses geklebt.

In der Regel kommen Polystyrol- oder Mineralfaserplatten zum Einsatz. Daneben haben sich Holzfaserplatten bei den ökologischen Dämmplatten bewährt.

Allerdings hat das Wärmeverbundsystem Nachteile. Bei der Dämmung kann es leicht zu Ablagerungen kommen und darüber hinaus zur Bildung von Algen und Pilzen. Dagegen helfen jedoch pilzhemmende Zuschläge sowie eine feine Putzstruktur.

Es ist ratsam, die Dämmung einem Fachbetrieb zu überlassen.

Außerdem gibt es die transparente Wärmeverbundsysteme. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Wärmeschutz und solarer Energiegewinnung. Durch die aktive und passive Nutzung der Solarenergie können Sie den Energieverbrauch in Neu- und Altbauten weiter reduzieren.

Die Elemente der transparenten Wärmeverbundsysteme werden mit Hilfe eines Klebers direkt auf die Hauswand aufgetragen. Dieser Kleber wird auch Absorber genannt.

Es handelt sich um Platten aus Kunststoff. Diese lassen das einfallende Sonnenlicht bis zu der auf dem Mauerwerk angebrachten schwarzen Absorberfläche durch.  

Verblendmauerwerk mit Kerndämmung

Die dritte und häufige Art der Dämmung ist das Verblendmauerwerk. Vor die Hauswände wird eine Vormauerschale hochgezogen. Diese bestehen beispielsweise aus Klinkern.

Die Dämmung wird zwischen der Wand und der Vormauerschale eingebaut. Der Abstand zwischen beiden Mauerwerkschalen darf laut DIN Norm 15 Zentimeter betragen. Aus diesem Grund ist die Dicke des Dämmstoffs begrenzt.

Dämmstoffe sind beispielsweise Polystyrolplatten oder wasserabweisende Mineralfaserplatten. Diese Dämmlösung ist zwar sehr teuer, jedoch lange haltbar.

Förderung durch die KfW

Hauseigentümer, die eine energetische Sanierung der Hausfassade planen, können sich die Maßnahme durch die KfW-Bank finanziell fördern lassen. Die Kreditanstalt für den Wiederaufbau ist die staatliche Förderbank und vergibt unter bestimmten Voraussetzungen zinsgünstige Kredite an Haus- und Wohnungseigentümer.

Darüber hinaus vergibt die KfW einmalige Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der Kosten der energetischen Fassadensanierung. Der Zuschuss wird allerdings nur gewährt, wenn die Fassade nach den Anforderungen der EnEV saniert werden muss und ein unabhängiger Energieberater zur Seite geholt wird.

Eigentümer müssen einen entsprechenden Antrag stellen, um die Zuschüsse oder Kredite der KfW zu erhalten. Nach Bewilligung wird der Betrag über die jeweilige Hausbank ausgezahlt. Detaillierte Informationen zur KfW-Förderung gibt es auf der Webseite der Förderbank (https://www.kfw.de/kfw.de.html )  

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Energieberater analysiert Schwachstellen der Fassade

Soll die Fassade des Hauses energetisch saniert werden, kann ein unabhängiger Energieberater dazwischengeschaltet werden. Dieser berät Sie im Vorfeld der Sanierung, welche Bereiche der Fassade saniert werden müssen, um das bestmögliche Energieeinsparpotenzial zu erreichen.

Zudem ist er mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, mit denen er die Schwachstellen der Außenfassade identifizieren kann. Mit der Wärmebildkamera werden die Stellen an der Fassade ausgemacht, an denen die meiste Wärme des Hauses verloren geht.

Durch die Analyse des Energieberaters wird dem jeweiligen Fachbetrieb ein Anhaltspunkt gegeben, wo mit der energetischen Sanierung begonnen werden kann. Darüber hinaus berät Sie ein Energieberater zu den Dämmstoffen und dem Dämmsystem.

Als Energieberater sind alle Sachverständigen zugelassen, die in der Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes aufgeführt sind. Bei der Suche nach einem Energieberater hilft Ihnen folgende Webseite: https://www.energie-effizienz-experten.de/fuer-private-bauherren/

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Author: renosys