Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 1
Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 7

Gute Luft, die ausreichend Sauerstoff und keine gesundheitsschädliche Substanzen enthält, hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Fehlt sie, kann dies viele Beschwerden wie zum Beispiel ständige Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, trockene Augen und selbst Atemnot verursachen.

Ist die Raumluft zu feucht, kann dies außerdem dazu führen, dass Schimmel entsteht, der äußerst gesundheitsschädlich ist und nicht selten gravierende Folgen für den Organismus hat. Auch die Substanz der Wände leidet unter Feuchtigkeit.

Das Raumklima spielt daher eine entscheidende Rolle, wenn Sie gesund wohnen möchten. Es lässt sich auf vielerlei Art und Weise optimieren.

Das optimale Klima in Wohnräumen

Ein optimales Raumklima entsteht vor allem durch die richtige relative Luftfeuchtigkeit.

Sie sollte in Wohn- und Schlafräumen bei 40 bis 60 Prozent liegen. Möchten Sie diesen Wert in Ihrem Zuhause überprüfen, benötigen Sie ein Hygrometer, das Ihnen in der Regel auch die Raumtemperatur und zum Teil noch viele weitere Werte anzeigt.

Erschrecken Sie jedoch nicht, wenn Sie ein Hygrometer in der Küche oder im Bad aufstellen. Dort liegt die relative Luftfeuchtigkeit beim Kochen beziehungsweise Duschen oft weit über 60 Prozent.

Die relative Luftfeuchtigkeit ist übrigens im Winter meist niedriger als im Sommer. Dann enthält die Außenluft in der Regel weniger Feuchtigkeit und die Heizung trocknet die Luft noch weiter aus. Aus diesem Grund sind auch die Haut und die Lippen oft trockener als im Sommer, die Augen beginnen leichter zu brennen oder es entsteht ein Kratzen im Hals.

In den Sommermonaten dringt beim Lüften dagegen oft schwül-warme Luft mit einem hohen Wassergehalt in die Räume.

Die ideale Temperatur liegt in Wohnräumen bei etwa 20 °C. Wobei es hier sehr auf den persönlichen Wohlfühlfaktor ankommt.

Allein im Schlafzimmer sollte es etwas kühler sein, damit Sie gut schlafen. Dort ist eine Temperatur von 16 bis 18 °C optimal.

Richtig lüften – so geht’s

Schon allein regelmäßiges und richtiges Lüften kann das Raumklima entscheidend verbessern. Sie müssen jedoch keineswegs die Fenster ständig auf Kipp stellen.

Öffnen Sie die Fenster drei bis vier Mal pro Tag einfach komplett für fünf bis zehn Minuten, damit ein ausreichender Luftaustausch stattfinden kann.

Alternativ sorgen Sie für Durchzug, indem Sie die Fenster auf zwei gegenüber liegenden Seiten Ihrer Wohnung beziehungsweise Ihres Hauses öffnen. Bei dieser Variante reicht es aus, die Fenster drei bis fünf Minuten offen stehen zu lassen. Sie ist daher ideal für den Winter, wenn Sie es möglichst schnell wieder kuschelig warm haben möchten.

Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 2
Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 8

Beachten Sie beim Lüften außerdem folgende Punkte:

In den Sommermonaten herrscht tagsüber oft eine hohe Luftfeuchtigkeit. Lüften Sie deshalb am besten morgens, abends oder in der Nacht, wenn die Luftfeuchtigkeit und auch die Temperaturen niedriger sind.

Ist es schwül-warm, halten Sie die Fenster tagsüber möglichst geschlossen, damit die Feuchtigkeit nicht in die Räume dringt. Auf diese Weise bleiben die Zimmer gleichzeitig kühl.

In den Wintermonaten sollten Sie nicht länger als oben beschrieben lüften (3 – 5 Minuten). Stehen die Fenster über einen längeren Zeitraum offen, kühlen die Räume zu stark aus und Sie verbrauchen unnötig viel Energie, um sie wieder auf eine angenehme Temperatur zu bringen.

Denken Sie beim Lüften im Winter außerdem daran, vor dem Öffnen der Fenster die Heizung abzuschalten.

Eine weitere Besonderheit beim Lüften stellen die Küche und das Bad dar. Dort entsteht zwangsläufig zeitweise eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Diese Räume sollten Sie deshalb direkt nach dem Kochen beziehungsweise Duschen gut lüften, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und kein Schimmel entsteht.

Mit Ventilatoren die Luft bewegen und kühlen

Eine weitere recht einfache Methode, für einen ausreichenden Luftaustausch zu sorgen, ist der Einsatz von Ventilatoren. In Kombination mit einem nassen Handtuch, das Sie in der Nähe der Flügel platzieren, lässt sich ein Zimmer an heißen Sommertagen mit einem Ventilator sogar kühlen. Ventilatoren bekommen Sie in den unterschiedlichsten Ausführungen vom kleinen Tischventilator bis hin zum Deckenventilator. Die besonders leisen Turmventilatoren eignen sich selbst für das Schlafzimmer.

Die Luftfeuchtigkeit durch Geräte optimieren

Lässt sich eine zu hohe Luftfeuchtigkeit nicht durch richtiges Lüften senken, kann ein Luftentfeuchter helfen. Solch ein Gerät wird meist mit einem Granulat befüllt, das überschüssiges Wasser aufnimmt. Hat sich das gesamte Granulat vollgesogen, muss es getauscht werden.

Ist die relative Luftfeuchtigkeit bei Ihnen zu niedrig, finden Sie im Handel Luftbefeuchter in vielen verschiedenen Ausführungen. Fast alle gehören jedoch einer der folgenden drei Gruppen an:

  • Einen Verdunster befüllen Sie einfach mit Wasser. Es verdunstet von allein, sodass keinerlei Kosten für den Betrieb des Geräts entstehen.
  • Ein Verdampfer benötigt dagegen Strom, denn bei ihm wird das Wasser erhitzt. Es verteilt sich in Form von Wasserdampf im Raum. Diese Variante verursacht zwar höhere Betriebskosten, hat jedoch den Vorteil, dass sämtliche im Wasser enthaltenen Keime beim Erhitzen abgetötet werden.
  • Zerstäuber besitzen kleine Düsen, die das Wasser tröpfchenweise in den Raum abgeben. Das Aufspalten der Wassertropfen in feinste Partikel erfolgt meist durch einen Ventilator. Zerstäuber arbeiten zum Teil mit Ultraschall. Auch diese Technik tötet alle Keime ab und ist dadurch eine sehr hygienische Lösung. Besondere Varianten innerhalb der Rubrik der Zerstäuber sind die Geräte, bei denen Sie ein wenig ätherisches Öl in das Wasser geben. Sie sorgen daher gleichzeitig für einen angenehmen Duft.

Unabhängig vom Gerät, für das Sie sich entscheiden, sollten Sie beim Gebrauch von Luftbefeuchtern an die regelmäßige Reinigung des Wasserbehälters denken. In ihm sammeln sich leicht Bakterien, die Ihrer Gesundheit schaden.

Wie Luftbefeuchter sorgt ein kleiner Zimmerbrunnen ebenfalls für eine höhere Luftfeuchtigkeit. Er sieht zudem gut aus und hat durch sein Plätschern auf die meisten Menschen einen beruhigenden Effekt.

Eine weitere und besonders kostengünstige Möglichkeit, die Raumluft mit Feuchtigkeit anzureichern, ist eine Schale mit Wasser. Diese stellen Sie am besten auf die Heizung, damit das Wasser zügig verdunstet.

Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 3
Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 9

Eine besonders dekorative Lösung: mit Pflanzen die Raumluft verbessern

Auch durch Pflanzen lässt sich das Raumklima verbessern. Sie nehmen Schadstoffe auf und geben Sauerstoff ab. Diese Eigenschaften sind bei Pflanzen mit großen Blättern besonders ausgeprägt.

Sollen die Gewächse vor allem der Optimierung des Raumklimas dienen, kaufen Sie deshalb am besten große Grünpflanzen wie den pflegeleichten Bogenhanf.

Mit Lüftungstechnik die Atemluft von Schadstoffen befreien

Luftreiniger werden mit verschiedenen Filtern bestückt. Diese Filter nehmen jeweils ganz bestimmte Substanzen aus der Luft auf.

Möchten Sie das Raumklima durch einen Luftreiniger verbessern, sollten Sie daher vorab klären, welche Stoffe Sie aus der Luft filtern möchten. Einen Vorfilter, der die Luft zunächst von gröberen Partikeln befreit, besitzen jedoch alle Geräte.

  • Ein Luftreiniger mit HEPA-Filter befreit die Raumluft zusätzlich von sehr kleinen Partikeln wie Hausstaub, Pollen und dem Kot von Milben. Dadurch ist er auch für Allergiker eine gute Wahl.
  • Ein Luftreiniger mit Aktivkohlefilter nimmt vor allem gasförmige Stoffe auf. Mit ihm lassen sich daher Gerüche beseitigen, die beispielsweise beim Rauchen, bei der Verwendung von Reinigungsmitteln und beim Kochen entstehen. Auch neue Einrichtungsgegenstände verströmen oft einen unangenehmen Geruch, denn bei ihrer Herstellung kommen häufig Lösungsmittel und ähnliche Substanzen zum Einsatz.
  • Luftreiniger mit elektrostatischen Filtern ziehen elektrisch geladene Teilchen an und halten sie regelrecht fest. Sie sind daher ideal für die Bekämpfung von Staub.

Noch effektiver als Geräte für einzelne Räume ist eine Lüftungstechnik für das gesamte Gebäude. Sie umfasst zahlreiche Maßnahmen wie zum Beispiel den automatischen Austausch der Luft in regelmäßigen Abständen.

Um dies gewährleisten zu können, sind Rohre oder andere Installationen erforderlich, die sich nachträglich realisieren lassen.

Lüftungsanlagen sind sehr sinnvoll vor allem für Neubauten und Gebäude, die extrem gut gedämmt und damit fast luftdicht sind.

Installierte Lüftungssysteme sind besonders interessant für Personen die an Allergien leiden. Durch den integrierten Filter gelangen z.B. Pollen gar nicht erst in die Wohnräume. Trotzdem findet ein kontinuierlicher Luftaustausch statt.

Geräte aus dem Bereich Lüftungstechnik haben zudem auch den Vorteil, dass die Luft angewärmt in den Wohnraum gelangt und auch keine warme Luft abgegeben wird. Hierbei handelt es sich um spezielle Systeme mit einer Wärmerückgewinnung.

Äußerst bequem: Fensterlüftungssysteme und Fenster mit Lüftungselementen

Kleinere Maßnahmen, die Ihnen die Optimierung des Raumklimas erleichtern, sind dagegen auch in Bestandsgebäuden möglich. Hierzu gehören zum Beispiel Fensterlüftungssysteme, die über Zeitschaltuhren oder Sensoren gesteuert werden.

Sie öffnen die Fenster automatisch zu bestimmten Zeiten oder bei der Steuerung über Sensoren, wenn die Qualität der Raumluft nachlässt.

Fensterlüftungssysteme erleichtern Ihnen das regelmäßige Lüften, wenn Sie berufstätig sind und dadurch nicht in der Lage sind, die Fenster mehrmals täglich zu öffnen und wieder zu schließen. Auch in anderen Fällen sind sie jedoch eine komfortable Lösung.

Eine weitere Möglichkeit, automatisch zu lüften, ist der Einbau von Fenstern mit Lüftungselementen. Benötigen Sie in näherer Zukunft ohnehin neue Fenster, lohnt es sich daher, einen Blick auf die neueste Technik zu werfen.

Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 4
Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 10

Beim Renovieren und Sanieren natürliche Baustoffe wählen

Planen Sie eine Renovierung oder eine umfassende Sanierung Ihres Zuhauses, sorgen Sie schon durch die Auswahl der Baustoffe für ein besseres Raumklima.

Natürliche Materialien wie Holz oder Kork, der häufig als Fußbodenbelag verwendet wird, sind in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und später wieder abzugeben. Dadurch haben sie einen regulierenden Effekt und gleichen Schwankungen bei der Luftfeuchtigkeit aus.

Über die gleiche positive Eigenschaft verfügen mineralische Kalkputze für die Wände. Sie sind zudem eine gute Vorsorge gegen Schimmel, denn sie haben einen niedrigen pH-Wert.

Er verhindert, dass sich Schimmelsporen auf dem Material ansiedeln. Gesunde Baustoffe wie die Kalkputze sind außerdem durchlässig für Wasserdampf.

Sie lassen ihn nach außen entweichen und verringern dadurch die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit in den Räumen staut. Dieser Stau ist oft die Ursache für eine Schimmelbildung.

Auch die Farben, die Sie zum Streichen von Decken und Wänden verwenden, haben einen Einfluss auf das Raumklima. Kaufen Sie deshalb nur Wandfarben auf Wasserbasis und Lacke, die keine Lösemittel enthalten.

Möchten Sie tapezieren, finden Sie im Handel Tapetenkleister ohne Fungizide und Konservierungsmittel, die ausdünsten und zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Auch zum Verkleben von Teppichböden und anderen Fußbodenbelägen gibt es mittlerweile unbedenkliche Kleber.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Verbesserung der Wohnraumluft

Wie Sie sehen, haben Sie unendlich viele Möglichkeiten, die Raumluft in Ihrem Zuhause zu optimieren.

Die größten Effekte erzielen Sie jedoch sicherlich durch regelmäßiges Lüften und die sorgfältige Auswahl der Inneneinrichtung von den Möbeln über die Fußbodenbeläge bis hin zu den Wandfarben.

Wenn Sie beim Kauf auf Schadstofffreiheit achten, ist dies schon ein großer Pluspunkt.

Spezielle Lüftungsgeräte zum Luftaustausch, sind trotzdem sehr sinnvoll, denn hiermit lässt sich wiederum auf energiesparende Weise die Luft austauschen.

Das Raumklima optimieren – mit verschiedenen Maßnahmen die Wohnraumluft verbessern 5

renosys
Author: renosys