Dachsanierung: Verschiedene Dämmarten und Kosten (Teil 2) 1
Dachsanierung: Verschiedene Dämmarten und Kosten (Teil 2) 6

Eine Dachsanierung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten der Dämmung. Welche dies sind und wie hoch die Kosten sind.

Ein altes Haus besitzt einen besonderen Charme. Doch damit Sie sich wohlfühlen und die Wohlfühlatmosphäre lange erhalten bleibt, muss es gepflegt und in regelmäßigen Abständen modernisiert oder saniert werden.

Zu den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen gehört die Dachsanierung. Diese ist vor allem dann notwendig, wenn die Ziegel alt sind, die Dacheindeckung nicht mehr den neuesten Standards entspricht und die Wärmedämmung unzureichend ist.

Darüber hinaus ist eine Dachsanierung für Hausbesitzer dann ein Muss, wenn das Dach nicht mehr dicht ist und Wasser ins Haus eindringt.

Dachsanierung erfordert viele Überlegungen

Eine Dachssanierung ist kein Unterfangen, welches einfach so in Angriff genommen werden kann. Im Vorfeld müssen viele Überlegungen getroffen werden.

Fragen nach der Art der Dämmung sowie nach der Sanierung der einzelnen Bereiche müssen sich Hausbesitzer vorher beantworten.

Darüber hinaus müssen mehrere Angebote von Fachbetrieben eingeholt und die Kosten der Dachsanierung miteinander verglichen werden. Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die Hauseigentümer beachten müssen.

Das Ziel einer Sanierung des Daches ist es, es für alle Witterungsbedingungen tauglich zu machen und die Gesamtoptik des Hauses abzurunden. Das Dach eines Hauses gehört unter anderem zu den wichtigsten Merkmalen.

Arten der Dämmung

Die verschiedenen Dämmarten bei der Sanierung des Daches wurden bereits in dem Artikel „Tipps & Tricks zur Dachsanierung“ angesprochen. Die Wärmedämmung des Daches ist unerlässlich.

Hier geht die meiste Wärme des Hauses verloren. Zudem ist die entsprechende Dämmung dann notwendig, wenn unter dem Dach zusätzlicher Wohnraum entstehen soll. Im Folgenden sollen sie näher beschrieben werden

Generell wird zwischen drei Dämmvarianten entschieden. Auf-, Zwischen- und Untersparrendämmung. Bei der Aufsparrendämmung wird das Dämmmaterial oberhalb der Dachsparren und von außen angebracht.

Die Eindeckung des Daches muss hierfür abgenommen werden. Somit ist der Weg zur Holzkonstruktion des Daches frei.

Bei der Untersparren- und Zwischendämmung wird der Dämmstoff von innen angebracht. Dies geschieht entweder zwischen oder unter den Dachsparren.

Die Zwischensparren-Dämmung gilt als einfach in Bezug auf die Montage sowie als kostengünstig. Bei den Dämmstoffen haben Sie die Wahl zwischen Stein- und Glaswolle.

Außerdem können Naturdämmstoffe verwendet werden. Sobald der Dachstuhl von innen freigelegt wurde und ein Zugang zur Unterseite des Daches besteht, werden die Dämmplatten zwischen die Sparren geklemmt.

Der Vorteil von Platten: Sie sind leicht vom Gewicht und halten sich in dieser Position von allein.

Darüber hinaus wird die Innenseite der Dämmung mit einer luftdichten Folie vor Feuchtigkeit geschützt. Damit wird gleichzeitig der Schimmelbildung vorgebeugt.

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Untersparrendämmung

Diese Art der Dämmung wird in der Regel bei bereits bewohnten Gebäuden angewandt. In Neubauten dagegen selten. Die Untersparrendämmung dient in erster Linie als Verstärkung der bestehenden Dämmschicht.

Darüber hinaus dient die Dämmung dazu, Wärmebrücken zu unterbinden.

Als Einzeldämmung ist die Untersparrendämmung allerdings nicht geeignet. Wenn eine Zwischensparrendämmung bereits vorhanden ist und das Haus gemäß den Anforderungen der EnEV gerecht werden soll, wird die Dämmung vielfach angewandt.

Die Untersparrendämmung gilt ebenfalls als kosteneffizient und wirksam. In Bezug auf den Wärmeschutz erreichen Sie mit dieser Art der Dämmung ein Energieeinsparpotenzial von bis zu 27 Prozent.

Ein weiterer Vorteil der Untersparrendämmung: Durch die Innendämmung wird der Wohnraum unter dem Dach nicht verkleinert. Die Untersparren-Klemmfilze nehmen keinen zusätzlichen Raum in Anspruch.

Darüber hinaus kann Untersparrendämmung weiterbearbeitet werden.

Egal für welche Dämmung Sie sich entscheiden: Sie macht nur dann Sinn, wenn die Dachhaut in einem Top-Zustand und das Dach dicht ist. Regen würde sonst die Dämmschicht innerhalb kurzer Zeit durchnässen. Somit wäre die Dämmung unwirksam.

Kosten für die Dämmung

Bei allen Vorteilen der Dämmung müssen die Kosten im Blick gehalten werden. Für den schnellen Überblick finden Sie die Kosten in der folgenden Tabelle.

Dachdämmung Materialkosten pro Quadratmeter Gesamtkosten pro Quadratmeter
Aufsparrendämmung 100 bis 120 Euro 170 bis 230 Euro
Zwischensparrendämmung 80 bis 120 Euro 100 bis 180 Euro
Untersparrendämmung 40 bis 100 Euro 80 bis 150 Euro

Die angegeben Kosten sind Richtwerte und die Preise variieren je nach Betrieb. Ratsam ist es, sich für einen Dachdeckerbetrieb aus Ihrer Region zu entscheiden.

Zu den Kosten für die Dämmung kommen die Anfahrtskosten der Handwerker hinzu. Darüber hinaus variieren die Materialkosten sowie die Kosten für die Arbeitsleistungen der Handwerker von Region zu Region. Beispielsweise kostet ein Dachdecker 50 bis 60 Euro die Stunde.

Empfehlenswert ist es, sich im Vorfeld einen Kostenvoranschlag aushändigen zu lassen, in dem sämtliche Kosten der Dachsanierung aufgeführt sind. 

Einbau von Dachfenstern

Im Rahmen einer Dachsanierung kann auch die Überlegung angestellt werden Dachfenster gleich mit einzubauen. Einerseits bringen sie Licht in den Raum, andererseits kann der Raum auch einmal durchgelüftet werden.

Dachfenster eignen sich insbesondere dann, wenn der Dachraum zu einer Wohnung ausgebaut werden soll.

In der Regel betragen die Kosten für das Fenster 50 Prozent der Gesamtkosten der Dachsanierung. Meistens erfolgt der Einbau vor dem Hintergrund der Wärmedämmung.

Ein Dachfenster in der Größe von 60 x 90 Zentimeter mit Kunststoffrahmen und einer Dreischeibenglas-Isolierung kostet zwischen 490 und 500 Euro. Es gibt auf dem Markt auch Fenster mit schlechteren Isolierwerten. Diese kosten rund 390 Euro.

Allerdings sollten Sie bei den Dachfenstern nicht sparen, denn über Fenster geht viel Wärme des Hauses verloren. Langfristig wirkt sich dies auf Ihre Heizkosten sowie auf Ihre Gesamtenergiebilanz aus.

Für den Einbau von Dachfenstern ist zudem ein Dämm- und Anschlussset für rund 80 Euro sowie ein Eindeckrahmen für ebenfalls rund 80 Euro erforderlich. So müssen Sie also mit rund 659 Euro Gesamtkosten für den Einbau eines Dachfensters rechnen.

Daneben hat sich im Bereich des Sicht- und Sonnenschutzes in den vergangenen Jahren viel getan. Die technischen Möglichkeiten sind heutzutage enorm.

Wenn Sie sich als Hausbesitzer für Rollläden mit Fernbedienung entscheiden, müssen Sie zusätzliche 570 Euro einkalkulieren. Lassen Sie sich dahingehend von einem Fachbetrieb Ihrer Wahl beraten.

Wenn das Fenster in ein bereits gedämmtes und isoliertes Dach eingesetzt wird, müssen Sie im Schnitt mit rund 450 Euro für den Einbau rechnen. In dem Preis ist in der Regel die Anpassung an die vorhandene Dämmung mit eingerechnet.

Dachfenster bei Dachsanierung einbauen

Fazit zu Dachfenstern

Im Vorfeld des Dachfenster-Einbaus sollten Sie einige Überlegungen anstellen. Dazu gehört auch, welche Beschaffenheit die neuen Fenster haben sollen.

Fenster mit einer extremen Wärmedämmung sind einerseits teuer, machen andererseits jedoch Sinn. Auf lange Sicht merken Sie das auf Ihrer Heizkostenabrechnung.

Wenn Sie neue Dachfenster einbauen lassen und das Dachgeschoss als Wohnraum nutzen möchten, bieten sich Fenster an, die die Regengeräusche dämmen. Gerade unter dem Dach können Niederschläge einen hohen Geräuschpegel haben.

Sollte Ihr Haus an einer vielbefahrenen Straße stehen oder diese sich in unmittelbarer Nähe befinden, lohnt sich der Einbau von Dachfenstern mit Schallschutz. Ihre Ohren werden es Ihnen danken.

Der Einbau von neuen Dachfenstern oder der Austausch gegen alte ist im Rahmen der Dachsanierung eine Angelegenheit, die nicht vorschnell entschieden werden sollte. Lassen Sie sich hierbei Zeit und kalkulieren Sie alles gut durch.

Schnell-Checkliste zur Dachsanierung

Für den schnellen Überblick finden Sie nachfolgend nochmals die wichtigsten Punkte, worauf Sie bei der Dachsanierung achten sollten.

  1. Auf den Wärmeschutz des neuen Daches achten. Es muss sichergestellt werden, dass die Vorschriften der EnEV eingehalten werden, wenn Sie das ganze Dach neu eindecken und dämmen lassen.
  2. Der Einbau von Dachfenstern verbessert die Wohn- und Lebensqualität des Hauses. Achten Sie auf das Material der Fenster sowie auf die Verglasung und die Dämmung. Das Sparen an letztem Punkt ist in der Regel nicht sinnvoll.
  3. Überlegen Sie im Vorfeld, ob Sie das Dachgeschoss mit Hilfe der Trockenbauweise vergrößern möchten und ob Sie eine Gaube errichten lassen möchten.
  4. Informieren Sie sich ausführlich über die verschiedenen Dämmarten und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Fachbetrieb (Dachdecker), welche Dämmung bei Ihrer Immobilie in Frage kommt. Darüber hinaus ist die Wahl des Dämmstoffs entscheidend. Lassen Sie sich auch in diesem Punkt ausführlich beraten.
  5. Wenn Sie Ihr Dach neu eindecken lassen, muss das freigelegte Dach mit einer Plane abgedeckt werden. 
  6. Möchten Sie Ihr Dach energetisch sanieren lassen, sollten Sie die Förderung der KfW in Ihre Überlegungen mit einbeziehen. Die staatliche Förderbank vergibt zinsgünstige Kredite für energetische Sanierungen. Dafür müssen Sie einen Antrag stellen. Nach der Genehmigung wird Ihnen der Betrag über Ihre Hausbank ausgezahlt.
  7. Informieren Sie sich beim zuständigen Bauamt nach Genehmigungen, die bei der Dachsanierung anfallen könnten. Wenn Ihre Immobilie unter Denkmalschutz steht, müssen Sie in jedem Fall eine Genehmigung einholen.
  8. Holen Sie sich mehrere Angebote von Fachbetrieben ein und lassen Sie sich Kostenvoranschläge erstellen. Wenn möglich, greifen Sie auf einen Betrieb aus Ihrer Region zurück. Die Anfahrtskosten sind in diesem Fall nicht so hoch.  

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Author: renosys