Einen Balkon nachträglich anzubauen, ist mit einigem Aufwand verbunden. Er lohnt sich jedoch, denn wer möchte nicht hin und wieder frische Luft schnappen und bei gutem Wetter im Sonnenschein sitzen.

Ein Balkon steigert außerdem den Wert einer Immobilie und macht bei einer Vermietung die Wohnung für Interessenten attraktiver. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben und auf welche Punkte Sie bei der Planung achten sollten.

Welche Gebäudeseite eignet sich am Besten für einen neuen Balkon?

Die Ausrichtung eines Balkons nach Osten, Süden, Westen oder Norden hat einen großen Einfluss auf seine Nutzbarkeit. Bestehen bei Ihnen mehrere Optionen, können Sie Ihre Entscheidung davon abhängig machen, zu welchen Zeiten Sie Ihren Balkon nutzen möchten.

Morgens sitzen sie auf einem Balkon auf der Ostseite des Gebäudes in der Sonne, abends auf der Westseite.

Die meiste Sonne bekommen Sie natürlich auf einem Südbalkon. Dort kann sich in den Sommermonaten allerdings schnell die Hitze stauen.

Ebenso wichtig ist die Umgebung, denn mit Blick in einen Garten lässt es sich besser entspannen als oberhalb einer stark befahrenen Straße. Möglicherweise beobachten Sie aber auch gern das Treiben auf der Straße.

Die optimale Ausrichtung des Balkons ist daher vor allem von Ihren persönlichen Vorlieben abhängig.

Die Mindestgröße des Balkons

Wie groß ein Balkon sein sollte, hängt vor allem davon ab, wie viele Personen zu Ihrem Haushalt gehören.

Ist ein Tisch und für jedes Familienmitglied ein Stuhl aufgestellt, sollte noch Platz übrig bleiben, damit Sie sich frei bewegen können.

Auch für einige Pflanzen oder Dekorationsartikel sollte ein Balkon Platz bieten. Durch sie entsteht ein schönes Ambiente, in dem Sie sich wohlfühlen.

Für zwei Personen reichen 2 x 3 Meter. Für eine Familie mit 2 Kindern empfiehlt sich eine Größe von mindestens 10 Quadratmetern. Schließlich sollen auch alle am Frühstückstisch Platz haben.

Der barrierefreie Balkon

Ein barrierefreier Zugang auf den Balkon ist eine gute Vorsorge für die Zukunft. Er ist jedoch auch für junge und gesunde Menschen von Vorteil, denn er ermöglicht Rollstuhlfahrern und Senioren, die zu Besuch kommen, ohne Hilfe auf den Balkon zu gelangen.

Nicht zuletzt sind Höhenunterschiede aber auch stets potenzielle Stolperfallen und deshalb in allen Bereichen eines Gebäudes möglichst zu vermeiden. Sämtliche Vorschriften für die barrierefreie Gestaltung sind in der DIN 18040 festgelegt.

Die verschiedenen Balkonarten: Anbau- und Vorstellbalkone

Der nachträgliche Anbau eines Balkons lässt sich am einfachsten durch Stützen realisieren. Sie verlaufen von der Unterseite des Balkons bis auf den Erdboden und nehmen die gesamte Traglast auf.

Für einen stabilen Stand sorgen Betonfundamente. Bei einem Balkon auf Stützen unterscheidet man zwischen dem Anbau- und dem Vorstellbalkon.

Der Anbaubalkon bekommt vorn zwei Stützen und wird hinten an der Hauswand verankert, der Vorstellbalkon steht auf vier Stützen.

Er wird ebenfalls an der Fassade fixiert, steht jedoch sozusagen auf vier Beinen vor dem Haus und ist dadurch selbsttragend.

Ein Vorstellbalkon erfordert geringere Eingriffe in die Außenhülle eines Gebäudes und lässt sich dadurch bei so gut wie jedem Haus realisieren. Unabhängig von der Frage, ob es sich um einen Anbau- oder einen Vorstellbalkon handelt, verlaufen jedoch stets Stützen vor der Fassade.

Diese können unter Umständen bei der Nutzung des Grundstücks stören. Ist dies nicht der Fall, ist ein Balkon auf Stützen jedoch eine kostengünstige Lösung.

Anbau- und Vorstellbalkone eignen sich im Übrigen auch für Mehrfamilienhäuser, in denen jede Etage einen Balkon bekommen soll.

Ein selbsttragender Vorstellbalkon auf vier Stützen ist außerdem ideal, wenn Sie sich einen Balkon mit möglichst großer Tiefe wünschen.

Freitragende Balkone ohne Stützen

Ganz ohne Stützen kommt ein freitragender Balkon aus. Er hängt sozusagen am Haus und wird mit Hilfe von speziellen Wandhalterungen an der Bodenplatte des entsprechenden Stockwerks fixiert.

Ein freitragender Balkon wird auch als Kragarmbalkon oder auskragender Balkon bezeichnet.

Er ist sehr schön, verursacht allerdings einen sehr viel größeren Aufwand und entsprechend höhere Kosten als ein Balkon auf Stützen. Für die Montage eines freitragenden Balkons sind darüber hinaus eine gute Gebäudesubstanz und eine ausreichende Statik erforderlich.

Sie kann vor allem bei einem älteren Haus unter Umständen nicht gegeben sein, lässt sich jedoch durch einen Fachmann überprüfen. Er kann auch die maximal mögliche Tiefe eines freitragenden Balkons ermitteln.

Benötige ich eine Baugenehmigung für einen neuen Balkon?

Für den nachträglichen Anbau eines Balkons benötigen Sie fast immer eine Baugenehmigung.

Ist die Planung abgeschlossen, ist dies jedoch nicht sonderlich kompliziert. Der Betrieb, bei dem Sie die Ausführung in Auftrag geben, kann Ihnen sicherlich helfen, die nötigen Unterlagen zusammenzustellen.

Schon vor der Planung Kontakt mit dem Bauamt aufzunehmen, ist jedoch ebenfalls sinnvoll. Auf diese Weise können Sie eventuelle Einschränkungen und bestimmte Vorschriften von vornherein berücksichtigen.

Die Materialien

Balkone für den nachträglichen Anbau werden meist aus Stahl, Aluminium oder Beton gefertigt.

Stahlbalkone sind zum Schutz vor Rost in der Regel feuerverzinkt und können zusätzlich mit einer farbigen Pulverbeschichtung versehen sein.
Sie lassen sich daher optisch an das Gebäude anpassen.

Stahl ist aufgrund seiner Härte und der hohen Stabilität selbst für große Balkone bestens geeignet.

Aluminium zeichnet sich vor allem durch seine hohe Korrosions- und Witterungsbeständigkeit aus. Auch dieses Material lässt sich durch eine Pulverbeschichtung farblich gestalten.

Betonbalkone bestehen meist aus Betonfertigteilen, die sich kostengünstig herstellen lassen. Sie sind daher oft preiswerter als Balkone aus Stahl oder Aluminium.

Auch die Stützen für Anbau- und Vorstellbalkone können aus Beton gefertigt werden. Häufig steht ein Betonbalkon jedoch auf Stützen aus Stahl oder Aluminium. Dies hat den Vorteil, dass die Stützen einen kleineren Querschnitt benötigen.

Der Fußbodenbelag auf dem Balkon

Den Fußboden Ihres neuen Balkons können Sie nach Belieben mit Fliesen, Natursteinen, Holzdielen, Holzfliesen oder einem anderen Belag für den Außenbereich gestalten.

Achten Sie jedoch auf die Rutschsicherheit, denn es lässt sich kaum vermeiden, dass der Fußboden auf einem Balkon zumindest hin und wieder nass wird. Ein guter Anhaltspunkt ist die Rutschhemmklasse. Für einen barrierefreien Balkon eignen sich Beläge der Klasse R 10 oder höher.

Hinweis: Ein barrierefreier Zugang ohne Türschwelle birgt die Gefahr, dass Wasser in die Wohnräume dringt. Um dies zu verhindern, werden am Übergang häufig Gitterroste montiert.

Das Balkongeländer

Balkongeländer können aus zahlreichen Werkstoffen wie Stahl, Edelstahl, Aluminium, Holz, einem Kunststoff oder Glas bestehen. Gleiches gilt für die Füllungen, für die häufig Sicherheitsglas genutzt wird, damit der Balkon lichtdurchflutet bleibt.

Durch Milchglas oder ein eingefärbtes Glas ist die Privatsphäre gewährleistet. Geschlossene Füllungen aus Glas oder anderen Werkstoffen, wie zum Beispiel Lochbleche aus Metall bieten außerdem einen guten Schutz vor Wind.

Eine offene Gestaltung beispielsweise durch Stäbe ist jedoch ebenfalls möglich. Allein die Vorgaben im Hinblick auf die Sicherheit sind einzuhalten.

Balkongeländer bestehen deshalb immer aus Rahmen, Füllung und Handlauf. Bei diesen drei Elementen werden auch oft verschiedene Materialien miteinander kombiniert, sodass sich im Hinblick auf die optische Gestaltung unzählige Möglichkeiten ergeben.

Die einzuhaltende Mindesthöhe eines Balkongeländers ist in den Landesbauordnungen festgelegt und daher davon abhängig, in welchem Bundesland Sie wohnen.

Das Dach – Schutz vor Sonne & Regen

Ein Balkondach bietet einen guten Schutz vor Regen, Hagel und Schnee, dient aber auch gleichzeitig als Sonnenschutz.

Es besitzt bei einem nachträglich angebauten Balkon meist einen Rahmen aus einem Metall wie Stahl oder Aluminium. Dieser Rahmen dient als Aufnahme für die Eindeckung, die aus einem durchsichtigen oder undurchsichtigen Material bestehen kann.

Durch Werkstoffe wie Acryl- oder Sicherheitsglas dringt weiterhin Licht auf den Balkon und den Raum, der an den Balkon grenzt.

Grundsätzlich können Sie sich jedoch auch für eine undurchsichtige Eindeckung entscheiden.

Bei der Form des Balkondachs haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Varianten wie dem Flachdach oder dem leicht schräg verlaufenden Pultdach.

Auf Letzterem bleibt weniger Schmutz liegen und auch Regenwasser fließt besser ab.

Die Balkontür

Balkontüren sind ein beliebtes Ziel von Einbrechern, denn sie sind oft unzureichend gesichert und lassen sich innerhalb von Minuten oder sogar Sekunden aufhebeln.

Sorgen Sie deshalb für die nötige Sicherheit und entscheiden Sie sich für eine einbruchhemmende Tür.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl einer Balkontür ist ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen. Selbst auf einem überdachten Balkon sind Türen und Fenster bei stürmischem Wetter Wind und Schlagregen ausgesetzt.

Hochwertige Materialien halten diesen Einflüssen jedoch problemlos stand und bewahren über einen langen Zeitraum ihre ursprüngliche Optik.

Soll der Zugang auf den Balkon barrierefrei sein, muss die lichte Breite der Tür mindestens 90 Zentimeter betragen. Solch eine Tür ist auch mit einem Rollstuhl passierbar.

Außentreppen für Balkone

Die meisten Balkone werden von einem Zimmer betreten. Die Montage einer Außentreppe ist jedoch in vielen Fällen ebenfalls möglich. Sie bietet sich vor allem an, wenn sich unterhalb des Balkons ein Garten befindet oder der Balkon an Wohnräume im Hochparterre anschließt.

In diesem Fall ersparen Sie sich den Weg durch das Haus. Außentreppen werden bei Niederschlägen naturgemäß nass.

Bei ihnen sind rutschfeste Stufen deshalb besonders wichtig. Eine gute Lösung sind rutschfeste Gitterroste, auf denen sich kein Wasser sammelt.

Tipp: Sollten Sie kleine Kinder haben oder Haustiere halten, lässt sich eine Außentreppe durch ein kleines Tor sicher verschließen.

Balkontreppen können gerade verlaufen oder als Wendel- oder Spindeltreppe ausgeführt sein.

Letztere bietet sich vor allem als Zugang zu einem Balkon in einer der oberen Etagen an, denn sie benötigt weniger Platz. Zudem sieht sie sehr schön aus und verleiht einem Gebäude eine ganz besondere Optik.

Den neuen Balkon zum Blickfang machen

Ist Ihr Balkon schließlich fertig, können Sie ihn mit Blumenkästen, Kübeln oder Blumentreppen verschönern.

Ein Schutz vor zu viel Sonne lässt sich durch einen Balkonschirm oder eine Markise realisieren. Auch Schränke speziell für den Balkon sind erhältlich. Sie bieten Platz für Kissen, Auflagen und andere Gegenstände.

Alternativ bewahren Sie Ihre Stuhlkissen in einer Auflagenbox auf, wo sie vor Feuchtigkeit und herumwirbelndem Schmutz geschützt sind.

Für einen kleinen Balkon bekommen Sie im Handel außerdem praktische und schicke Klappmöbel.

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Author: renosys