Altes Haus sanieren und renovieren: Darauf müssen Sie achten 1
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Der Traum von einem alten Haus ist für viele etwas Wunderbares. Doch in der Regel müssen Sie es sanieren oder renovieren. Was dabei beachtet werden muss und welches Handwerks-Gewerk für was zuständig ist?

Mit dem Kauf eines alten Hauses geht für viele Leute ein Lebenstraum in Erfüllung. Eine alte Immobilie bietet vielen nicht nur die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Vielmehr ist es eine Kapitalanlage. Damit der Wert in den kommenden Jahren steigt, muss in regelmäßigen Abständen in die Immobilie investiert werden.

Dies ist vor allem dann notwendig, wenn das Haus viele Jahre leer stand. Der Verfallsprozess geht bei Häusern bekanntlich schnell vonstatten, wenn sich nicht drum gekümmert wird. Nach dem Kauf steht in der Regel eine umfassende Sanierung und Renovierung an.

Im folgenden Beitrag erfahren Sie deshalb, worauf Sie bei den einzelnen Maßnahmen achten müssen. Darüber hinaus wird Ihnen eine detaillierte Beschreibung dessen gegeben, welche Punkte dringend als erstes umgesetzt werden sollten. Außerdem finden Sie im Text Hinweise darauf, welcher Handwerker für was zuständig ist. Dies vereinfacht Ihnen die Suche.

Typische Mängel eines alten Hauses

Wurde das Haus tatsächlich über einige Jahre nicht bewohnt, sollten im Vorfeld der Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen das Dach und der Keller genau unter die Lupe genommen werden.

Beide Bereiche gelten als „Sorgenkinder“ eines unsanierten Gebäudes. Es sind die Schwachstellen, über die Feuchtigkeit ins Haus gelangt. Ist das Dach undicht, dringt das Wasser ein und führt nicht selten zu Schimmel.

Darüber hinaus geht über ein schlecht gedämmtes Dach viel Energie verloren. Das Gleiche gilt für den Keller. Die mangelhafte oder in manchen Fällen nicht vorhandene Isolierung führt zu hohem Energieverlust und dazu, dass sich die eindringende Feuchtigkeit durch die Wände im gesamten Haus verteilt.

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Rohre und Leitungen als weitere typische Mängel

Neben dem Keller und dem Dach gelten veraltete Wasserrohre und elektrischen Leitungen zu den typischen Mängeln eines alten Hauses, die im Rahmen einer Sanierung und Renovierung behoben werden.

Die Wasserrohre alter Immobilien sind in der Regel morsch, undicht und stark verschmutzt. Bei einer bevorstehenden Sanierung und Renovierung werden die Rohre in der Regel als erstes entfernt und neue eingesetzt.

Es ist absolut notwendig, neue Rohre einzusetzen. Ein Grund dafür ist, dass stark verkalkte und verschmutzte Rohre langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen. In vielen Fällen sind die Rohre aus Blei.

Bei einer umfassenden Sanierung sollten sie gegen Kupferrohre ausgetauscht werden.

Die Elektrik eines Hauses ist ein weiterer Schwachpunkt eines Hauses. Der Austausch der veralteten Leitungen ist eine Maßnahme, die neben anderen bei einer umfassenden Sanierung und Renovierung als erstes angegangen werden sollte.

Doch warum ist dies so? Sie werden es aus Altbauzimmern kennen. Es gibt nur wenige Steckdosen. Dies sorgt nicht selten für ein Wirrwarr an Kabeln und Mehrfachsteckern. Daneben verlaufen die Leitungen oft kreuz und quer. Wenn Sie das Licht im Flur anmachen, geht es gleichzeitig im Wohnzimmer an.

Diese Mängel im Haus sollten neben den bereits genannten als erstes behoben werden. Veraltete elektrische Leitungen stellen nicht zuletzt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, wie beispielsweise ein Kabelbrand. Außerdem sind lockere Steckdosen und umherliegende Kabel dann eine Gefahr für die Sicherheit, wenn Kleinkinder im Haus sind. Beim Spielen können sie schnell über die Kabel stolpern und sich verletzen.

Bad und sanitäre Anlagen

Neben dem Dach, dem Keller, den Rohren und der veralteten Elektrik gehört das Bad in der Regel zu den typischen Mängeln eines Haus, die im Rahmen einer Sanierung angegangen werden müssen.

Veraltete Bäder sind nicht nur optisch unschön, sondern stellen für die tägliche Hygiene eine erhebliche Hürde dar. Vor allem die sanitären Anlagen sollten im Rahmen einer Renovierung oder Sanierung getauscht werden.

Diese entsprechen in den meisten Fällen nicht mehr den heutigen Standards und sollten deshalb entfernt werden. Neben dem Tausch der sanitären Anlagen und der Badkeramik sollten Sie neue Wasseranschlüsse setzen lassen.

Die Sanierung des Badezimmers ist jedoch ein Punkt, der nicht sofort erledigt werden muss. Obwohl es zunächst wichtig ist, das Haus von außen und innen zu dämmen, neue Rohre und elektrische Leitungen zu verlegen, steht die Sanierung des Badezimmers auf der To-do-Liste weit oben.

Das Gleiche gilt für die Sanierung der Küche. Die Verfliesung der Wände und des Bodens ist wichtig, muss jedoch nicht sofort angegangen werden. Bei der Küche spielen die Optik und die Passgenauigkeit der Küchenzeile eine wichtige Rolle.

Dahingehende Kaufentscheidungen sollten gut überlegt und keinesfalls vorschnell angegangen werden.

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Böden aufbereiten: Ja oder nein?

Die Fußböden in einem alten Haus sind vielfach das Nonplusultra. Egal ob es sich dabei um einen Parkett-, Holzdielen- oder Steinfußboden handelt.

Böden verleihen dem Haus einen eigenen Charakter. Doch stand ein Haus über viele Jahre leer, können die Böden stark in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Beim Hauskauf sollten Sie deshalb auf den Zustand der Böden achten. Beispielsweise können sich eingesunkene Fliesen als gefährliche Stolperfallen entpuppen.

Darüber hinaus können sich knarrende Holzdielen als massiver Störfaktor erweisen. Bei Holzdielen haben Sie zudem das Problem, dass das Holz im Laufe der Jahre stark abgenutzt und dementsprechend nicht behandelt wurde.  

In vielen Fällen muss der Untergrund des Bodens erneuert werden. Viele Käufer alter Häuser entscheiden sich dafür, den alten Boden entfernen zu lassen und durch einen neuen zu ersetzen.

Welcher Handwerker übernimmt welche Sanierungsmaßnahmen

Das Handwerk ist so vielschichtig wie keine andere Wirtschafts-Branche. Bei einer umfassenden Sanierung oder Renovierung arbeiten mehrere Gewerke parallel oder nacheinander auf der Baustelle.

Nachfolgend erfahren Sie, welche Handwerker für welchen Sanierungsbereich eines Hauses zuständig sind:

Gewerk Aufgaben
Dachdecker Dämmung und Neudeckung des Daches
SHK-Handwerker (Klempner) Installation einer neuen Heizungsanlage und Heizkörpern und neuer sanitären Anlagen, neue Wasseranschlüsse setzen und Rohre verlegen
Maurer Dämmung des Hauses von außen, Trockenlegung bei Feuchtigkeit, Sanierung des Kellers
Maler und Lackierer Neuer Anstrich außen und innen, Lackierung der Türen und Fenster, Tapezierung der Wände
Elektriker Neuinstallation der Elektrik, Verlegung elektrischer Leitungen, Installation neuer Steckdosen und Lichtschalter
Fliesenleger Verfliesung der Böden (vornehmlich in Küche und Bad)
Schreiner Anfertigung neuer Türen und Fenster
Bodenverleger Verlegung von Parkett-, Laminat- und Holzdielenfußboden

Fazit

Wenn Sie sich ein altes Haus kaufen, gibt es eine Menge worauf Sie achten müssen. Planen Sie eine Sanierung oder Renovierung müssen Sie die typischen Mängel des Hauses in Betracht ziehen und sollten sich im besten Fall eine Prioritätenliste setzen.

Was muss dringend zuerst gemacht werden und was kann warten. Es lohnt sich in jedem Fall und Sie werden langfristig Freude an Ihrer neuen Immobilie haben.

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Author: renosys